Generation Y drängt zu neuen Taten

Das fehlende Chromosom wird durch Optimismus, Technologie und Gründertum ersetzt. Wie genau? Die jungen Wilden unserer Zeit (gerne in Berlin und anderswo auf Festivals, in Galerien und auf Startup Parties bestaunt) haben keine Lust passiv zu sein. Das Internet lehrte sie Partizipation; texten, coden, designen – Selbstverständlichkeit. All‘ dies bekannte Floskeln, doch der Wandel ist spürbar. Gesunde – wenn nicht gar vegetarische oder vegane – Küche ist im Trend, technische Emanzipation gewollt und Startups sind die neuen Kellerbands. Was wir wollen? Das Selbe wie jede Generation: Innovation (.. und die Ergreifung der Weltherrschaft)! Was wir neu kreieren? Den gesellschaftlichen Ethos! Andreas Reckwitz sprach auf dem 7. Kulturpolitischen Bundeskongress von der „Erfindung der Kreativität“ unserer Zeit. Erst folgte man der Moral, dann der Autonomie und heute ist Kreativität das Zauberwort. Wunsch und sozialer Zwang zugleich. Was daraus entsteht ist weltoffen und natürlich innovativ: Nachhaltiges Umweltmanagement, Social Entrepreneurship, zeitgenössische Kunst. Hier und in vielen anderen Bereichen kann man den Neuanstrich förmlich riechen. Fingerdick aufgespachtelt trägt Generation Y Natürlichkeit, Flexibilität und ein Iphone als Maske unserer Zeit, verliert sich hier und da in Anekdoten, findet aber ihren ganz individuellen Weg.

So zum Beispiel Jan Koppelin, der nicht nur durch Südamerika reiste und im Namen von Viva con Agua wiederholte Male durch die Lande travelte, sondern auch einen deutsch-kolumbianischen Stummfilm Wettbewerb ins Leben rief. IIIM (www.iiim-colombia.de) führt deutsche FilmerInnen und kolumbianische Komponisten zusammen und schafft international vereinte Werke. Bis zum 31.12.2013 können Filme zum Thema GEISTER DER STADT eingereicht werden. Stadt auch hier ein gutes Stichwort. Das Städtchen Lüneburg hat nicht nur Jan, sondern auch Franziska Pohlman hervor gebracht. Die jung Regisseurin sprudelt vor Ideen und setzt ein Projekt nach dem anderen um: Musicals, Theaterstücke, zu letzt und zur Zeit Filme! Als Geschäftsführerin von Pohlmancreatives.com wirbt sie auf startnext für Unterstützung und verspricht in Zukunft der neue Nordstern zu werden! Fernab der Großstadt, ist das möglich? JA! Denn die „neue“ Kreativität kommt nicht von ungefähr. Urban wird regional. Multikulti normal. Und Raster zu Kollagen.

Das Strukturmodell unserer Zeit ist ein Netzwerk, verwoben mit und in alle Bereich der Gesellschaft hinein, Kreativität Bildungsauftrag. Werte im Wandel. Reckwitz spricht in diesem Zusammenhang ebenfalls von dem „ästhetischen Kapitalismus“. Kunst, Kultur, Waren. Alles handelbar, aber auch verhandel- und förderbar. Der Kreativmarkt längst umkämpft und als wichtige Ressource für Politik und Wirtschaft erkannt. Sparten, Generationen und „Gesellschaftsschichten“ übergreifend  soll daher Kultur alle erreichen und ihre Kreativität steigern, auch um der vermeintlich steifen Ökonomie auf die Sprünge zu helfen. Wie solch ein Versuch aussehen kann führt beispielsweise die Ausstellung  „Vier gewinnt“ im KW  vor Augen. Ein Finanz-Theater-Stücke im Setzkasten (GOLDIN+SENNEBY) – ein Drama in fünf Akten um Geld, Macht und Intrigen –  sowie buntes Klecksen zur Schaffung der perfekten Exponetialkurve  (BÖHLER & ORENDT) regen zur „Do-it-yourself“ Wirtschaftlichkeit an.

Na dann, frohes Schaffen!

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