Von re:production, re:commerce und re:loaded culture

Drei Tage Ausnahme, 72 Stunden Internet und 100.000.000 potentielle twitter follower erreicht

Booom. Flash. Wow. Dat war sie, die re:publica. Künstler wurden zu Remixern erklärt, das Internet zur verpassten Revolte und Kinder zu den neuen Lead Usern – nicht „unsere Generation“. Wir stauen bloß, raunen groß, nicht über den Input, sonder den Rausch-Ausstoß! 460 Speaker, x-Stunden Talks, Workshops und Sessionen. Die Medien- und Internetwelt in Berlin und Berlin in ihr – inside out. Wo anfangen, wenn doch das Ende noch nicht naht, die Beats die Nacht überdauern werden? Beim Best Pitch, biggest news oder der Sommerbrise am Morgen? Mir persönlich hängt die Radfahrt zurück nach. Ein zäher, roter Fleck und grün gesprühte Kreise zeugen noch vom Verkehrsunfall gestern Nachmittag, als eine junge Frau von einem Auto erfasst nahe Checkpoint Charlie verstarb. Ob sie auch auf dem Weg zur Konferenz war oder zur Uni oder zur Arbeit? Ob über sie wohl berichtet wurde – in den Medien, wie man so allgemein sagt? Ob sie zur Beyoncé Werbung hochgeschaut hatte, die leicht grotesk in ihrer Lockenpracht wühlt und wieso wohl die schwarze Limo keine 12 Stunden später 14 Motorräder vor sich benötigt, zur Sichrheit? Kein Zusammenhang und doch Geschehnisse keine 2oo m Luftline von einander getrennt. Hauptstadtdschungel. Arbeits- und Klassenkampf. Gesetzte der Stärkeren. Ein harter Bogen zurück zur schon genannten Konferenz. Es geht nicht umhin nach solchen Bilder auch hier nach Motiven zu suchen. Frauenrechte. Gesellschaftszusammenhänge. Arbeitsatmosphäre. Zeitdruck und Un-Achtsamkeit. Die neue Attitude „online“. Nicht mehr hier, sondern schon woanders, im Netz.

Die Reden bespielten die volle Bandbreite, 6 verschiedene Schwerpunkte: Politik, Gründertum, Kultur, Medien, Bildung, Wissenschaft. Alle Vorträge ähnlich unstringent miteinander verknüpft, Zusammenhänge unübersehbar gegeben.

We observe, empathy, define, ideate, prototype and test a better, social and creative future through new spaces in NY, Amsterdam and Berlin. We live in a time of change and change the time! We have children who use the internet as we use washing machines. We look out for weak signals and get back wicked problems with collaborative solutions. We hate copyrights and fuck off GEMA. We recreate art and culture without money. Instead we push advertising on our blogs and kill shitstorms through ignorance. On the other hand we foster innovaton with money and try to force a debate, while talking alone.. We can turn off the public, but cannot stop dancing in lunchbreak. We love to hear the hottest startup news and clap more for tea than for wheelchair businesses. We are only childs, but yet we know we buy and throw away, we innovate and destroy, we care and ignore on the same time, we illegally fight as pirates and dream of a collaborative, shared better future.

Wir, das war eine große Masse Unbekannter und FreundInnen, Fremder und KollegInnen, Profis und Laien.

Die re:publica war eine unvergleichliche Zeitpause, eine hektische Gesprächsabfolge des gleichen Interviews, des selben Zeitgeists, der vielen unausgesprochenen und zukünftigen Gedanken. Die re:publica war nicht das Maß aller Dinge, aber das Ding aller Maße: Technologie, Kunst, Kultur, Medien, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zugleich vereint.

Danke! .. nur die 8300 Kartons hätten anders entsorgt werden müssen!

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