Ready to Rambo

Milchshake mit roten Autoreifen

„Crazy City!“ Was kann man machen, wenn alles zu schnell geht? Die Stadt nie schläft? Der Lärm immer lauter und die Daten immer mehr werden? Schreien! Aussteigen oder Kunst ansehen. Warum? Weil die Moderne eben diese Problematik schon in den frühen Beginnen des letzten Jahrhunderts ab- und aufarbeitete. Die Guggeheim Foundation Berlin zeigt ihre „Visions of Modernity“ und schafft ein wahres Feuerwerk der Impressionen. Nur knapp 2 Räume und doch schon fast zu viel. Symbole, konstruierter Zufall, Licht und Schatten. Farbe, Formen, der Ausstieg aus dem Bild. Alles auf einmal. Immer mehr. Eindrück und Stimmungen. Abgestimmt auf das Chaos der Welt: Zeit, Raum, Stadt, Mensch, Sein. Alles verschwimmt, wird Eins und wieder stark durchmischt. Nie fertig. Eine Sammlung der Zitate. Wo fängt der Strom an, wo endet er? Was ist impliziert, was inszeniert? Ab und an ein Schmunzeln. Versteckte Anekdoten. Jedes Werk ein eigener Mikrokosmos. Genuss, Lebensfreunde und Wissen zugleich. Denn die Bilder vermitteln, abrupt oder erst nach kurzer Betrachtung. Der Funke springt über. Hat das Van Gogh auch gefühlt? Ist man nun Eins mit der inneren Gefühlswelt des Malers? Die Ausstellung verlassen, bedeutet wieder in das Hier und Jetzt eintauchen. Die Wirklichkeit in Farbe. Die Wirkung der Werke hält an.

Augustiner Sog.

Es liegt also nahe auch noch den Umweg in das KW Institut for Contemporary Art auf sich  zunehmen. Mitfühlen, sehen, suchen, finden, nachdenken. Aber zu allererst riecht man! Kunst im Raum, in den Sinnen, völlig Verschmolzen mit der/m ZuschauerIn. „One on one“.  Das Beiheft zeigt zwei Boxer. Do you take the challenge to hit the art field? Jeder Raum anders und GANZ allein. Wo, wenn nicht in der Kunst zur Ruhe kommen und gleichzeitig auf der Suche sein. Nie sicher, ob nicht von hinten jemand kommt, die Decke abstürzt oder das Ausstellungsobjekt explodiert. Von alledem geschied jedoch nichts. Kein Spektakel, aber wieder Anekdoten. Wissenswertes, echtzeit Naherfahrung im Atelier. Ursprunge der Kunst. Kein Schnickschnack. Nur One on One. Alles vorweggreifen geht nicht. Selbst sehen macht satt.

Exit through the giftshop“ hilft beim Verdauen.

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