El viva la revolutión!

Ballet der anderen Art.

Das scheint auch der Grund zu sein, warum tatsächlich nach den ersten 5 Minuten eins, zwei Pärchen den Saal verlassen. Kopfschütteln, das soll Ballett sein? Nein, das ist eine Kampfansage! Angenehm anders und doch gewöhnungsbedürftig. Wer klassisches Ballet oder Tanzschule à la Pina Bausch erwartet, wird enttäuscht oder muss sich zumindestens auf Neues einstellen. Die Company, zum größten Teil aus der Ballet Natcional de Cuba, ist jedenfalls nicht gewillt in das europäische, kritisch-reflektierte Stigma miteinzutauchen. Tanz nicht als Leidensweg oder Befreiung aus der sozial verschuldeten, kollektiven Depression sondern der Ausdruck „purer Lebensfreude“ – so steht es geschrieben.

Und es stimmt. Die Bühne verwandelt sich in die emotionsgeladenen Straßen der West Side Story. Hände, Haare und Körper wirbeln als  impulsives Ganzes über die Bretter. Für Berlin vielleicht zu viel 70’er? Die Geschlechterrollen, überspitzten Machtkämpfe und Machtpoosen ließen dies vermuten. Doch die Premiere im Admiralspalast wird mit Standing Ovation belohnt und immer wieder durch Applauswellen verlängert. Zwei Stunden lang kein Stillstand, ständig zwanzig Beine in der Luft. Hip Hop, Modern Dance, Street Style Salsa, Klassisches Ballett und ab und zu sogar ruhige Töne, mit ganz viel Ausdruck. Nur Aussage fehlt dem suchenden Auge. Ein bisschen mehr „Story“ als Liebe, Sex und Eifersucht? Nun gut, das scheinen einfach die Themen des Lebens zu sein.

Die Lage direkt an der S-Bahn Friedrichstraße verlangt sicher auch nach wilder Hektik und aggressiven Lebensentwürfen. Ob jemand von Ernst&Young den Weg über die Straße geschafft hat?

At least: The show must go on.

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