Straßenflucht::: Work hard – play hard!

 

Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt!

Samsillili aha didilli  jajaja. Einfach treiben lassen und los. Ohne Samrtphone findet heute doch sowieso keineR mehr den Weg. Welch grandioser Zufall, dass rund um das Oranienburger Tor alles so nah beieinander liegt. Die Mitte, mitten drin. Eine Galerie nach der anderen. Das KW hätte heute Abend Eröffnung. Aber zu früh gefreut. Kunst braucht Zeit. One by one  kommen die BesucherInnen in die geheimnisvolle Box und ersetzen das „on“ durch lange Warteschlangen. Das große Plus: Die KuratorInnen reagieren sofort..  jedem Schlangenmitglied eine Freikarte. Also gut, dann kommt man wieder! Aber nun, was tun mit der Zeit? Welch unverhoffter Schicksalsschlag. Die Augustinerstraße liegt vor einem. Noch zu früh fürs Theater. Also los!

Und siehe da, die goldene Mitte hält was sie verspricht. Die Galerien erweitern den öffentlichen Raum zum White Cube. Hineinspaziert und Bausteine geglotzt. Diese hängen mitunter gerahmt an den Wänden. Oder werden per Neonlichtinstallation im Hinterhof bestrahlt. Jedem Ort seine eigene Kunstecke..  „Who killed it again?“, fragt die vermeidlich wissende Graffitischrift. Im Land der Extrovertierten ist Kunst die glaubhafteste Währung, Identität erschwinglich. Schilder und Wegweiser der anderen Art: Philosophisch. „Why not? Because why not yes?“, als Zirkelschluss. Ist Kunst zu schön um WAHR zu sein? Gibt es das Hässliche, schleimig Verwesende noch im ästhetischen Raum oder reicht es nur zur After-Work, work-live Attitutde? Keine Postmoderne Pseudo-Kritik. Nur Verwirrung ohne Antworten, ohne die richtige Frage gar.

Es bleibt der neblige Zustand des Halbwissens, halb erwachend, halb zweifelnd, fern jeder Logik. Bringt Kunst uns weiter? Sie erfüllt in jedem Fall. Keine Ziele, keine Lehre, keine Funktion – so die Hoffnung. Freiheit. Ohne Betriebsanleitung. Doch Kritik und Zeigefinger verstecken sich in jeder zweiten Bildbotschaft: Internet-Öffentlichkeit, „Rosige Zukunft“ in Tunesien, der nackte Kuss von Alexander Skorobogatov. Auch deschler bleibt nicht fern dieser ikonographischen Rhetorik und birgt statt Ruhe,  explosive Kraft und männliche Erotik in den Fotos von Rainer Fetting. Überall Fragezeichen, Ausrufe, Anregungen. Der stechende Kopfschmerz bleibt. Pochen. Knoten im Wirrwarr. In der Mitte gehen hilft nicht, nicht weiter als vorher. Ausdruck und eigener Antrieb bleibt alles. Der Mittelpunkt ruht doch im eigenen Ich. Keine Kunst der Welt kann diesen einfügen, aber doch wieder fokussieren und einloten.

Die Stadt ist übervoll: Sie wiederholt sich, damit irgend etwas im Gedächtnis bleibe. Das Gedächtnis ist übervoll: Es wiederholt die Zeichen, damit die Stadt zu existieren beginnt. (Italo Calvino)

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