Von allem viel, aber zu wenig

Pioneer Festival goes Halloween!!

Tag zwei gestaltet sich als Auffangstation. Nachdem gestern einjedeR etwas überfordert durch die Hallen irrte, herrscht heute so etwas wie Sicherheit. Die Suche hat zwar noch kein Ende gefunden, doch der Weg ist nun das Ziel. Vorträge hier, Startups und Sponsoren dort. Es lässt sich bewältigen und netzwerken. Fragt sich nur was besser ist? „Random pitching“ oder gezielte Ansprache? Collette Ballou bezieht hier eindeutig Position: „Know your customers and their sources and then attack them!“ Wer ist die Zielgruppe beim Pioneer Festival? Digital-Natives und GründerInnen aller Branchen. Großes Faux pas also: Das Internet geht nicht! Auch am 2. Tag. Aber was soll’s. So bleibt mehr Zeit zum real-time chatten, ganz in Echt. Was man dann so erfährt ist bunt gemischt. Startups aus Rumänien, London, den USA, Bulgarien, Griechenland und Österreich. Italien und Frankreich sind kaum vertreten. Auf der Bühne die üblichen Verdächtigen.  Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Die Stars der Szene geben sich die Klinke in die Hand. Lars Hinrich, Dave Mc Clure, Matt Mullenweg. Nachteil: Der Abstand zum Publikum ist groß und das Ganze surreal.  Nur einige Wenige wagen sich nach den Bühnenauftritten der Speaker nach vorne und versuchen nervös das Wissen abzuschöpfen. Die 2000 Gäste selbst, meist unter sich, in kleinen Gruppen, wenig durchmischt und in ihrer passiven Rolle verharrt. So sah es zumindest zu weiten Teilen gestern aus. Doch viel Alkohol und eine Nacht weiter ändert sich das Bild.

Man kennt sich. Die wichtigsten Infos wurden ausgetauscht. Visitenkarten verteilt. Heute kann man entspannen. Rennt nicht nur hinter her, sondern ist mitten drin, kommt an. Oder auch nicht? Scheitern ist vorprogrammiert, meint Rob Fitzpatrik. Fragen stellen das einzige Mittel zum Erfolg. Also weiter. Immer auf der Suche, man tastet sich ab. Mit Blicken, Gesprächen und schiefem Lächeln. Der Druck steigt erneut. Konkurrenz. Wer hat die meisten Kontakte geknüpft? Wer am längsten gefeiert? Wer kennt wen? Der ganz normale „Subkulturen“ Trend. Bourdieau sei Dank, die Akteure positionierbar. Symbolischer Interaktionismus auf Hightech-Niveau. Der gemeinsame „Glaube“ prägt die Form, den Habitus, die Distinkion. Die Illusion der gemeinsame Nenner. Wir sind wer, wir schaffen was, sind neu und anders. Kultur der Gründerszene.

Nichtsdestotrotz bleibt es spannend. Microsoft mit Windows 8 und Surface und NOKIA Handy geht fast unter, zu vielfältig der Ideenreichtum der KMU’s ringsum. Es lohnt sich also im Gespräch zu bleiben und die vielen Eindrücke und Erfahrungen später zu sortieren. Immerhin gilt es noch Halloween zu feiern und Wiens wunderschöne Prunkstraßen bei Nacht zu erleben!

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