Bachelor of arts

Bakkalaureus oder was?

Bachelor, das heißt durch Höhen und Tiefen gehen. In endlosen Seminaren Texte paraphrasieren, Vorlesungen in Echtzeit mitschreiben und jedes App Model schon an Tag eins neben sich bestaunen. Konkurrenzdenken in den eigenen Reihen und langweilige Inhalte zum Auswendig lernen.. Die Familie denkt du rettest die Welt, die Wirtschaft denkt du bildest dein ökonomisches Kapital, die Gesellschaft hängt immer noch dem Irrglauben nach, du würdest nur Party machen.

Aber was bedeutet BACHELOR wirklich?

Freiheit. Und die ist schwer zu finden, neben all den Verpflichtungen und Vorgaben. Aber am Ende erkennt man sie doch. Gerade weil der Stress so groß war. Man hat ihn sich selbst auferlegt, naja gut nicht allen davon. Man wollte Wissen erlangen, zum Kreis der Philosophen gehören, einmal die Welt verstehen und sie dann komplett umdrehen. Höher, schneller, weiter kommen – im Geiste. Doch sehr schnell weiß man, dass man nichts weiß und steht immer wieder am Anfang. Rutscht vom Hügel der Erkenntnis ab und suhlt sich in Halbwahrheit und Allgemeinbildung. War das alles? Ein Fass ohne Boden aufgemacht und verzweifelt?

Nein! Die heutige BA Konferenz an der Leuphana Universität, im Kreise der Mitstudierenden hat mir wieder einmal gezeigt, warum man das alles gemacht hat. Weil‘s Spaß macht! 50 Studis im Hörsaal, alle mit gezücktem Block, aufgeklapptem Laptop oder einer Vision in den Augen: „MEINE Bachelorarbeit.. !“ So fing jedeR an. Das eigene Thema, das Lieblingsbuch, das Hobby, der Job oder ein aktueller Diskurs der Medien. Und weil wir KUWI‘s (Kulturwissenschaftler) so vielfältig sind- die Edeldisziplin der eierlegenden Wollmilchsäue- war für jeden was dabei. Geschichte, Lyrik, Philosophie. Musikfans, Toursismusprofis, StädteplanerInnen und Häuslebauer, FrauenrechtlerInnen und Analysefanatiker. Alle individuell. JedeR im selbst gewählten Element. Natürlich auch gestrauchelt und mit dem Klotz der Arbeit am Bein schon seit Wochen mit einem etwas unruhigen Schlaf gesegnet, aber es läuft.

Und so war Herta Müller genauso dabei, wie die Landshut, die Hosen oder der gute alte Adorno.

Und so blieb zwar alles noch Vielleicht-Kunst, aber das Ziel war klar vor Augen: BAchelor of Arts!

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