Der Prozess

..wie ein literarisches Werk die Welt veränderte

Plötzlich kommen die Wände näher, die drohenden Regale rücken dichter zusammen.. tick, tack. Leise, rhythmisch. Im Gleichklang. Da, was war das? Genau hinter mir, im Rücken, dieses leise Ticken. Eine Uhr? Warum nur, warum hier? Und dies, die Unbeweglichkeit meines Körpers, die Beine schwer, der Rücken steif. Was hat das zu bedeuten? Ich richte meinen Blick zum Fenster, trübes Wetter – man hört Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen – machten mich ganz melancholisch. „Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Dummheiten hier vergäße“, dachte ich, aber das war gänzlich undurchführbar, denn ich war gewöhnt, auf der rechten Seite zu schlafen, konnte mich aber in meinem gegenwärtigen Zustand nicht in diese Lage bringen. Mit welcher Kraft ich mich auch zu bewegen versuchte, mein Körper gehorchte nicht. „Ach Gott“, dachte ich, „was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt!“

Studentin!

Ja, so plagt es einen, wenn man tagein tagaus in der Bibliothek der Uni sitzt und zwar vom schlechten Wetter draußen, aber nicht von der Schwermut im Innern verschont bleibt. Und am Ende weiß man stets, dass man nichts weiß und die Leseliste für den nächsten Tag wächst bedenklich. „Und wird mir von alle dem so dumm, als ging mir ein Mühlstein im Kopfe herum.“ Aber immerhin bin ich kein Käfer und die schweren Glieder können mit abendlichem Joggen gekämpft werden. Und zu guter Letzt wache ich aus dem Albtraum auf, erkenne das Potential meines Handelns und freue mich auf neue Erkenntnisse. Doch der Weg dazwischen ist der einsame Brotstudent im Elfenbeinturm, dessen einzige Heimliche Lust es ist, Essen in die heiligen Hallen zu schleusen. Bitte nicht weitersagen.
So werde ich mich also wieder in die Schlange der Wissens- und Lernbegierigen einreihen und hoffen, dass mein Platz dort berechtigt ist. Und schließlich wird mein Werk: die Bachelorarbeit, zwar nicht die Welt verändern, aber die meine wieder ein Stück weit in ein freieres, wissendes Licht rücken und hoffentlich zumindest aus der Bib befreien…

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