() raumhafte Verlockung

Monographie. Einfach. Simpel. Gut

Manchmal tut es gut, Dinge so vorzufinden wie sie sind, seinen sollten – wir sie erwarten.
Ein Mädchenwochende zu Pfingsten in Berlin, verquatscht.
Karneval der Kulturen, bunt.
Besuch in der Bibliothek, lehrhaft.

Es ist doch überraschend wie diese Bilder im Kopf, diese Stempel und Illusionen nur ab und zu tatsächlich dem entsprechen, was wir vorfinden, fern jeder Sprachforschung und Wittgensteinischen Philosophie. Langgezogene Gänge voller Wissen, Buchstaben und schweigender Ruhe stärken die Neugier, die Begierde jeden Buchdeckel einzeln aufzuschlagen, um zu entdecken welch wundersame Geheimnisse, verdrehtes Modell oder phantastische Welt das Innerste zusammen hält. Schlagartig versinkt das Drumherum, wird eins mit dem flackernden Bildschirm und nahezu automatisch neues Wissen nur durch den Kugelstift erfasst und niedergeschrieben. Analyse und Reflektant verschwinden wieder im geistigen Freiraum.
Die Stunden schwinden, die Sinne finden, im Land der Träume: Paradies“, Nina Raissa.
Ein Blick auf die Uhr lässt aufschrecken, reißt heraus, schafft Not. Wieder verloren, den ewigen Wettlauf. Wieder 10 Kilo mehr Papier auf den Tisch gehäuft und selbst die vermeintliche Leichtigkeit der virtuellen Informationsbeschaffung wird zur belastenden Flut. Wo anfangen, wo enden, oder doch aufgeben?
Das friedliche Treiben im kulturellen Strudel der Berliner Luft  kommt da gerade recht. Ein Wirbelsturm der Vielfalt, Perspektiven und Blickwinckel. Doch letzten Endes bleiben selbst jene Winde nur Spiegelungen der eigenen Erwartung. Self-fullfilling theorie. Man findet was man sucht. Der Zufall bleibt, aber auch Zweifel daran. Kann das, ist das, wird das?
„Wieso, weshalb, warum“. Manchmal bleibt man dumm.

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