Kreative Systeme schaffen

Herr Krätzig greift sich einen Stift, malt auf ein Flipchart und beginnt seinen Vortrag

„Was ist ein kreatives System? Keine Ahnung.“
Systeme werden geschaffen, geschöpft.  Aus dem Vollen. Ein großes Ganzes, ohne festes Volumen. Jedes System hat eine Hardware, bei Menschen das Gehirn. Dieses besteht aus verschiedenen Teilen: Klein/Großhirn, rechte und linke Hirnhälfte. Was aber ist die Software? Unsere Paradigmen! Unsere Lebenskultur. Die ganze Welt eine große Maschine, alles Zahlen und Begriffe bzw. Buchstaben. Vorstellbar in einem dreidimensionalen Raster. Alles Zellen verschiedener Fachexpertisen, Fächer die Realität abbilden, aber nicht real sind. Überall bauen wir uns die Welt aus zahlen. Wenn wir kreativ sind, dann meistens innerhalb dieser Raster. Das ist eine Beengung. Warum nicht die bestehenden Strukturen, der Ingenieure, der Mathematiker, der Wirtschafter, mal zerschlagen? Siehe Finanzkrise, was bringen uns diese sturen geschlossenen Räume? Wäre Wahrnehmung nicht viel offener und lehrreicher, wenn wir Habtik, Logik und Visuelles verbänden? Netzwerk. Beziehungslinien als Gummis zwischen den Knotenpunkten. Eine harmonische Struktur, die als Netz besteht und von jedem einzelnen Punkt verändert werden kann. Flexibel, stabil und beweglich. Unser Hirn ist nichts anderes. Unsere Welt auch nicht. Alles Beziehungslinien der sinnlichen Wahrnehmung. Kreatives System Kopf, wird ganz leicht zu kreativer System Gruppe. Dafür benötigt man eine offene Gruppe, Vertrauen und KEINE Experten, keine Leader. Man kann das Ganze als Schaffung kreativer Ideen verstehen.
Man bleibt im System, verändert aber das Vorgehen. Ein abstraktes Konstrukt, unendlich verschachtelt durch Beziehungslinien, über nah und fern. Neue Möglichkeiten durch die Zerstörung eines alten Vorgehens, das neu zusammen gefügt wird.

Aber entsteht so tatsächlich Neues oder nur freiere Formen?
Es besteht keine Steuerung, Kommunikation ist die einzige Chance etwas zu erreichen. Non- verbale Interaktion findet jedoch immer statt, durch die persönliche Wahrnehmung. Das Ziel des „Funktionieren“ besteht nicht mehr, die Wirkung ist entscheidend, ohne Leistungsdruck.
Ist das Ganze dann nur eine Spiel, ein Projekt oder wirkliche sinngeladene Aufgabe?
Es braucht Regeln, auch im geschützten System. Freiheit ist nicht das Recht alles zu tun was man individuell will. Auch die Kreativen müssen in diesem System zielgerichtet vorgehen, auch wenn man nicht weiß, wie man das Ziel gemeinsam erreicht oder was das Ziel überhaupt ist. Trotzdem steht die Erreichung eines Ergebnisses im Raum, der Weg dahin ist das Spannende. Vielleicht wird das Ziel auch wieder verworfen oder abgeändert, ein Ergebnis bleibt. Das System des „glücklichen Zufalls“ ist vorherrschend. Man sucht nicht direkt, aber findet. Diese Atmosphäre soll geschaffen werden. Das eigene System verlassen, fachfremdes Denken, spontane Verbindungen.

Die Teilnehmer lenken den Fokus dieses Modells auf die Kreativwirtschaft, die Kultur und die Wirtschaft. Wie müssen Büros, Gebäude, Städte gestaltet werden, um diesen Prozess zu ermöglichen. Wie passt man diesen Freiraum an schon bestehende Prozesse an? Das Zitat „Innovationen sind kreative, schöpferische Zerstörung“ von J.A. Schumpeter fällt. Jeder stellt sich selbst in Frage, keiner weiß alles. Jeder trägt Neues bei.

Zum Abschluss wird ein Youtube Video in den Raum projiziert: „Über Kreativität“ von Peter Kruse. „Geben Sie Querdenkern eine Chance. Nichtlineare Rückkopplungsmechanismen und Diversität. Es ist nicht ein Kreativer, es sind Systeme, die Unfälle sind, die komplex und dynamisch sind, die stören. Das Hirn ist ein komplexes dynamisches System, jeder kann also kreativ sein! Intelligenz liegt also in der großen Menge in der Schwarmintelligenz, hohe Interaktivität von individuell Kreativen. Netzwerke bauen heißt also intelligent werden. Creator (schafft neues Wissen, stört), Owner (besitzt Wissen, erhält) und Broker (zerstört altes Wissen, vernetzt). Störung, Erregung und Lösungsfindung bilden zusammen ein intelligentes System aus Summenintelligenz.“, O-töne aus dem Filmbeitrag.

Think out of the box, be different, smart and creative! Weitere Informationstipps: Fritjof Capra, K.H. Broobeck.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

17 − 14 =