Schni-Schna-Schnuk..

Die UnKonferenz!

BAR-Camp, was soll das?
An der Theke stehen und so viel trinken, dass man übernachten muss? Oder doch vielleicht ein militärisches Trainingslager? Oder oder oder? Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Nein, alle die aufs Trinken hoffen, das steht nicht explizit im Vordergrund. Aber übernachten ist gewollt, soviel zum Camp. Bar steht für eine metasyntaktische Variable, ein Quellcode oder bekannt als Barcode, der hauptsächlich in noch unfertigen PC-Programmcodes verwendet wird. In dem kurzen Wort BarCamp also genug Potential für völlige Verwirrung.
Computer und Campen, wie geht das zusammen?
Im Grunde ist es gar nicht kompliziert. Ein BarCamp ist der Versuch Weg und Ziel zusammen zu bringen: Wissenstransfer. Dieser findet in der Regel bei Konferenzen in frontalen Vorträgen, gradlinigen Tagungsabläufen oder in mehr oder weniger hierarchisch geordneten Symposien statt. Hier soll vieles anders sein. Es geht um eine Unkonferenz. Jeder darf mitmachen, Zuhörer werden zu Rednern, Publikum zu Arbeitsgruppen. Austausch auf Augenhöhe, demokratische Prozesse und allgemeine Ideenfindung sind zentrale Begriffe eines BarCamps. Erfunden- mal wieder in den USA, leitet sich der Begriff von FooCamp nach seinem Initiator Tim O’Reilly, der unter anderem Softwareentwickler ist, ab. Es geht darum neue Wege des Wissenstransfers zu beschreiten, angepasst an die Kommunikationswege des Web 2.0. Teilen, lernen, offene Diskussionen, Halbwissende und Experten, gemeinsam wie eine Art gelebte Wiki-Sammlung. Wie kann das funktionieren? Wildes Chaos?

„Innovation ist ein Prozess schöpferischer Zerstörung“, J.A. Schumpeter.
Der Rahmen wird hauptsächlich durch eine an- und abschließende Moderation geschaffen. Begonnen wird mit einem Plenum, in das alle anwesenden Teilnehmer 3 Tags werfen, die sie ausmachen und interessieren. Daraus werden Themenbereiche gefunden und Raum für Speedsessions und längere Sessionrunden geboten. Jeder kann Kurzvorträge, Beiträge, Workshops anbieten oder einfordern. Die Gruppe entscheidet dann, wann und wie lange über was gesprochen oder gearbeitet werden soll. Alle Entscheidungen sind jedoch nicht absolut, sie können jederzeit wieder revidiert und neu diskutiert werden, wenn die Gruppe sich dafür entscheidet. Einzelwünsche müssen somit der Mehrheit angepasst werden, können aber immer wieder neu hervorgebracht werden und durch gezielte „Überzeugungsarbeit“ zum Erfolg führen. Fokus liegt stets darauf das Allgemeinwohl, sprich dem Interesse und den Bedürfnissen möglichst Vieler nachzukommen, um gemeinsam aktiv zu agieren. Niemand soll sich zurücklehnen und abschalten. Alle sollen sich kennen lernen, in kleinen und großen Gruppen und ja alle sollen auch vor Ort übernachten. Ein gemeinsamer Abend zum netzwerkeln und vor allem aber die gemeinsam verbrachten 24 Stunden sollen den Austausch fördern. Diskussion, Lehr- oder Lernformate werden frei gewählt, geändert, gelebt. Fish Bowl, der klassische Stuhlkreis, Theaterstunden, Referate: alles geht, nichts muss. Jeder kann ein BarCamper sein und jeder eines veranstalten. Und genau das findet seit 2007 überall auf der Welt statt, mit immer mehr Zuspruch und Beliebtheit. Damit man nicht ganz ins Straucheln gerät, lassen sich allerdings Anregungen auf der BarCamp Homepage finden. Dokumentation der Sessions durch Schriftführer, Fotos und eventuell Film, sowie Zeitplanung und abschließende Evaluation und Feedback schaffen ebenfalls Rahmenbedingungen.
Es liegt aber im Endeffekt an jedem selbst, der Moderation und der Motivation. Doch Methoden wie DesignThinking, Brainstorming und Co haben die meisten schon geprägt und alle anderen habe sogar noch unbefleckte Vorteile. Also los, ran an die Bar.

Aktuellstes Beispiel ist das BarCamp in Rensburg des Dialog: Kulturwirtschaft. Hier tagen seit gestern, dem 10. Mai 2012, rund 50 Selbstständige, sowie Tätige aus Wirtschaft und kulturellen Einrichtungen. Alle Ergebisse findet sich bald hier.

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